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Modellierung im Gesundheitswesen

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Workshop Beschreibung

Die Gesundheitssysteme industrialisierter Nationen befinden sich aufgrund vielfältiger Herausforderungen im Umbruch. Im Kern steht nach wie vor das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz, qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung und einer Steigerung der Transparenz über die ws mgw gi logoLeistungserbringung. Strukturbezogene Optimierungspotenziale sind bereits weitgehend ausgeschöpft. Jedoch eröffnen sowohl der medizinische als auch der technologische Fortschritt neue Möglichkeiten der medizinischen Versorgung: Die personalisierte Medizin adressiert die Individualisierung der Diagnostik und Therapie; die Durchdringung des Gesundheitswesens mit mobilen Anwendungen fördern eine ubiquitäre Erfassung und Übermittlung medizinischer Daten, die von Fachexperten ausgewertet und zielgerichtet zur Prävention und Behandlung eingesetzt werden können (Stichwort: m-Health).

 

Die konsequente Transformation der Versorgungslandschaft hin zu neuen integrierten Versorgungsformen mit neuen Akteuren macht eine umfassende Analyse und Reorganisation der Leistungserbringung erforderlich. Dies kann nur dann erfolgreich geschehen, wenn alle betroffenen Disziplinen und Akteursgruppen gemeinsam agieren. Es ist daher an den Fachbereichen der Medizininformatik, Wirtschaftsinformatik und Informatik sowie der Medizin und Gesundheitsökonomie gemeinsam auf diese Herausforderung zu reagieren. Nur wenn es gelingt, alle Instrumente aufeinander abzustimmen und entsprechend der existierenden regulatorischen Rahmenbedingungen innovative Lösungskonzepte für den klinischen und den ambulanten Alltag zu entwickeln, werden sich noch vorhandene Potenziale realisieren und darüber hinaus neue Potenziale identifizieren lassen.

Modelle verschiedener Lesarten finden in allen vorgenannten Bereichen Anwendung. Konzeptuelle Modelle eignen sich nicht nur als Abstraktion komplexer Sachverhalte sondern auch als integratives Kommunikationsmedium, z. B. als Grundlage eines modellgestützten (Geschäftsprozess-) Managements oder der (Weiter-)Entwicklung von Informationssystemen. Dazu können sie, z. B. in korrespondierenden Diagrammen grafisch visualisiert und analysiert oder als mathematisches Modell berechnet werden, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.

Ziel und adressierter Teilnehmerkreis

Ziel des Workshops ist es, die vielschichtigen Anwendungsbereiche, in denen Methoden und Techniken der Modellierung in der Wirtschaftsinformatik, der Informatik und der Medizininformatik sowie der Medizin und Gesundheitsökonomie zum Einsatz kommen, z. B. zur Unterstützung, Formalisierung oder Ausführung klinischer Prozesse, zu reflektieren. Dabei sollen aktuelle Entwicklungen und Problemstellungen aufgezeigt und diskutiert werden, um so einen Beitrag zur Adressierung der Herausforderungen im Gesundheitswesen durch zielgerichtete Modelle leisten zu können. Dieser Workshop richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an Entwickler und Anwender, die sich mit der Unterstützung, Formalisierung oder Ausführung klinischer Prozesse auseinandersetzen und adressiert sowohl die gestaltungsorientierte Forschung zur Entwicklung und Anwendung von Modellen im Speziellen und IT-Artefakten im Allgemeinen als auch die behavioristische Forschung zur Generierung von Erkenntnissen im Rahmen der Modellverwendung und resultierender IT-Artefakte. Neben Forschungsaufsätzen sind auch ausdrücklich praxisnahe Best-Practices und Fallstudien zu folgenden Themenfeldern (nicht-exklusive Liste) erwünscht:

Themen

  • Konzeptuelle Modellierung im Klinischen Umfeld: Modellierung medizinischer Leitlinien, klinischer Behandlungspfade, Standard Operation Procederes etc.
  • Fragen der Modellintegration, des Modellgestütztes (Qualitäts-)Management Prozess- und Ressourcenmanagement im klinischen Umfeld
  • Process Compliance und evidenzbasierte Medizin im klinischen Umfeld
  • Workflow-Management-Systeme im Gesundheitswesen Geschäftsmodellmodellierung (Business Model Represenation)
  • Ad-hoc Workflows und Process-Aware Health Information Systems Entwurf und Anwendung Computer-Interpretierbarer Leitlinien (CIG)
  • Wissensbasierte Systeme und Clinical Decision Support Systeme
  • Pragmatik der Modellierung im Gesundheitswesen
  • Referenzmodellierung
  • Multiperspektivische Krankenhausmodellierung
  • Modellierung zur Unterstützung der digitalen Transformation in Einrichtungen des Gesundheitswesens
  • Modellierung und personalisierte Medizin
  • Modellierung in der Integierten Versorgung
  • Kollaborative Modellierung
  • IKT als Enabler im Gesundheitswesen
  • IKT in Gesundheitsnetzwerken (Sektorübergreifende Versorgung)
  • Interoperabilität und Erweiterbarkeit vorm Hintergrund digitaler Ökosysteme
  • Best Practices & Fallstudien von IKT im Gesundheitswesen
  • Mobile Health und Telemedizin

Beiträge

Workshopbeiträge können bis zum 18.12.2017 in Form von Completed-Research-Paper (bis zu 15 Seiten) oder Research-in-Progress-Paper (10 Seiten) als PDF unter Verwendung der GI-LNI-Vorlage (als Word- und als LaTeX-Vorlage: http://www.gi.de/service/publikationen/lni.html; Autorenrichtlinien: http://www.gi-ev.de/fileadmin/redaktion/Autorenrichtlinien/guidelines.pdf) per EasyChair eingereicht werden. Einreichungen sind in deutscher oder in englischer Sprache möglich.
Von mindestens einem der Autoren wird die Bereitschaft erwartet, sich zur Tagung Modellierung 2018 anzumelden und den Beitrag in Form eines Vortrags den Workshop-Teilnehmern vorzustellen. Zusätzliche Teilnahmegebühren für den Workshop werden nicht erhoben.

Organisation

  • Dr. Hannes Schlieter, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Systementwicklung, TU Dresden, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Michael Heß, Universitätsklinikum Düsseldorf, Dezernat Informations- und Kommunikationstechnologie, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programmkomitee (vorb. Zusage)

Prof. Dr. Klaus-Peter Adlassnig, Medizinische Universität Wien
Prof. Dr. Elske Ammenwerth, UMIT – University for Health Sciences, Medical Informatics and Technology, Hall in Tirol
Prof. Dr. Rüdiger Breitschwerdt, FH Flensburg
Dr. Richard Braun, Technische Universität Dresden
Dr. Martin Burwitz, Technische Universität Dresden
Prof. Dr. Hans-Georg Fill, Universität Wien
Prof. Dr. Ulrich Frank, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Michael Greiling, Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen
Nico Herzberg, Hasso Plattner Institue for IT-Systems Engineering
Dr. Monika Kaczmarek, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Katrin Kirchner, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Prof. Dr. Ina Kopp, AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement
Juliane Neumann, Universität Leipzig
Prof. Dr. Richard Lenz, Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Silvia Miksch, Technische Universität Wien
Dr. med. Beatrice Moreno, ID-Berlin
Prof. Dr. Sven Overhage, Universität Bamberg
Dr. med. Lars Podleska, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Manfred Reichert, Universität Ulm
Dr. Martin Sedlmayr, Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Günter Schreier, Austrian Institute of Technology, Graz
Prof. Dr. med. Georg Täger, Universitätsklinikum Essen und Klinikum Kempten
Dr. Bernhard Volz, Universität Bayreuth
Jun.-Prof. Dr. Lauri Wessel, FU Berlin
Prof. Dr. Alfred Winter, Universität Leipzig

Zeitplan

  • Call versenden: zeitnah nach Annahme
  • Einreichungsfrist: 18.12.2017
  • Benachrichtigung: 29.01.2018
  • Endfassung: 12.02.2018
  • Workshop: im Rahmen der Konferenz am 21.02.2018, 22.02.2018 oder 23.02.2018 (in Abstimmung mit den Organisatoren der Modellierung 2018 und inhaltlich ähnlichen Workshops, um zeitliche Überschneidungen ähnlicher Themen zu vermeiden)

Veröffentlichung

Die Veröffentlichung des Proceedings erfolgt durch den Proceedings-Chair der Modellierung 2018 über http://ceur-ws.org.

Hinweise zum Ablauf

  • Eintägiger Workshop
  • Max. 3-4 Slots á 3 Beiträge
  • Teilnehmerzahl: 15 bis 35
  • Zusätzlich 1 Slot zur Diskussion von Thesen und Zukunftsthemen